In zwei Arbeitsgruppen wollen Trafikanten und Lotterien Auswege aus der Annahmestellenkrise finden. Die Trafikantenvertreter vermissen zunehmend die Gesprächsbereitschaft beim Gegenüber.
Es ist ein knappes Fazit, das der burgenländische Trafikanten- Landesgremialobmann Hannes Dragschitz über die bisherigen Resultate jener beiden Arbeitsgruppen zieht, die am Verhandlungstisch Lösungen für die Misere durch die flutartige Erweiterung des Annahmestellennetzes durch die Österreichischen Lotterien suchen sollen. Aber dieses Fazit lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Mit welchen Argumenten auch immer man es versucht, die Österreichische Lotterien Gesellschaft will gar nicht kooperieren. Das ist es!“
Lösungssuche für zwei Hauptprobleme
Eingesetzt waren die Arbeitsgruppen worden, um Lösungsansätze für zwei Hauptproblemzonen zu finden: Die erste, in der auf Seiten der Trafikanten neben Dragschitz auch noch die niederösterreichische Landesgremialobfrau Gabriele Karanz und deren Landsmann Josef Prirschl vertreten sind, soll gemeinsam mit Vertretern der Österreichischen Lotterien Maßnahmen gegen die flächendeckende „Austrocknung“ des Lottoumsatzes bei den Trafikanten durch die neue Konkurrenz erarbeiten. Bei der zweiten Gruppe geht es um Strategien zur Abfederung einzelner Härtefälle unter den Trafikanten. Da es dabei oft um sehr spezielle Schicksale und Sachverhalte geht, geben in dieser Arbeitsgruppe auf Seiten der Trafikanten die Landesgremien den Ton an. Als Koordinatoren für die Arbeit dieser beiden Arbeitsgruppen wurden bei den Trafikanten Bundesgeschäftsführer Otmar Körner und seitens der Österreichischen Lotterien der „Erfinder“ der Erweiterung des Annahmestellennetzes, Reinhard Horvath, eingesetzt.
Noch im Jänner soll es weitergehen
Noch im Jänner sollen die vor Weihnachten nach groben atmosphärischen Störungen ergebnislos unterbrochenen Gespräche zwischen den beiden Seiten wieder aufgenommen werden. Die Stimmungslage bei den Verhandlern auf Seiten der Trafikanten ist jedoch nicht wirklich euphorisch, weil man nach wie vor jegliches Einlenken von der Gegenseite vermisst. So zeigten sich die Lotterien bisher nicht kooperativ, was Umsatzvergleichszahlen und Notfallsmaßnahmen für stark betroffene „Alt- Annahmestellen“, etwa die in Aussicht gestellte Nichtweiterführung neuer Annahmestellen, betreffe. Und irgendwie habe man nie den Eindruck, so das Trafikanten-Verhandlungsteam, dass die Lotterien auf Augenhöhe über die Erweiterung sprechen, sondern statt dessen ausschließlich ihr Konzept Glücksspiel- Fachgeschäft auf Biegen und Brechen umsetzen wollten.
„Was ist das Problem?“
Ohne Ernsthaftigkeit hinter den Verhandlungen werde es aber sehr schwierig werden, befürchtet Koordinator Körner, der vor allem auch als „rechtlicher Beistand“ die Trafikanten-Verhandler Karanz, Dragschitz und Prirschl begleitet. Nicht nur er fragt sich, was das große Problem darstellt: „Wenn, wie die Österreichische Lotterien Gesellschaft, ÖLG, behauptet, ohnehin keine bestehende Annahmestelle gravierende Verluste durch neue Annahmestellen bekommt – warum macht man nicht einen seriösen Umsatzvergleich?“ In einem Schreiben an die Lotterien machte deshalb das Bundesgremium der Tabaktrafikanten auch klar: „Bis zu einer zufriedenstellenden Vereinbarung mit der ÖLG werden wir somit den betroffenen Trafikanten/ Lottokollektanten nicht abraten können, alle zielführenden Schritte gegen die Erweiterung des Annahmestellennetzes zu ergreifen, und behalten uns entsprechend der Beschlusslage des Bundesgremialausschusses derartige Maßnahmen auch ausdrücklich vor.“ Wenn’s Reden nix nützt …