Kärtner Zahlen dramatisch! Nach der Veröffentlichung extremer Umsatzrückgänge bei den Lottoumsätzen der Trafiken in Kärnten und genau gegenteiligen Behauptungen der Österreichischen Lotterien ist ein heftiger Schlagabtausch um die wahren Auswirkungen der Annahmestellenausweitung entbrannt.
Trafiken mit Umsatzeinbrüchen von dramatischen 20 Prozent und mehr im Jahr nach der flutartigen Ausweitung des Annahmestellennetzes in Österreich – so weisen es jene Zahlen aus, die der Kärntner Landesgremialobmann Harald Pichler aufgrund der Rückmeldungen aus den Trafiken veröffentlicht hat (Filterlos berichtete in seiner Jänner- Ausgabe). Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite – ebenso in Filterlos im Jänner zu lesen – steht die Berechnung von Lotterien-Pressesprecher Martin Himmelbauer, dass sich bei Betrachtung der Kalenderwochen 28 bis 47, also der Zeit nach Abschluss der Ausweitung, nach Bereinigung um einen generellen Umsatzrückgang von 4,39 Prozent für die Trafikanten ein durchschnittlicher Nettorückgang von nur 1,18 Prozent ergebe. Für den generellen Umsatzrückgang machen die Lotterien übrigens eine Kombination aus wirtschaftlicher Lage und weniger Jackpots im Vorjahr verantwortlich.
Zweifel an „Beschönigung“
Erhebliche Zweifel an diesen Berechnungen meldete ein steirischer Trafikant an, der namentlich nicht genannt werden will, aber seinem Unmut über die Vorgangsweise der Österreichischen Lotterien gegenüber Filterlos Luft verschaffen wollte: „Ich bin mit meinen Kollegen aus der Umgebung in Kontakt, und da beklagen viele Rückgänge um 15, in manchen Fällen sogar 20 Prozent. Auch wenn ich selbst noch recht glimpflich davongekommen bin und nur knapp drei Prozent verloren habe, liegt das noch immer weit über den angeblich so geringen Nettoverlusten, die von den Lotterien da behauptet werden!“
Kärntner Zahlen dramatisch
Auch die exakten Zahlenvergleiche, die – wie berichtet – aus Kärnten gemeldet wurden, lassen Zweifel an den von den Lotterien genannten Zahlen aufkommen. Zahlreiche Trafiken mit Lottoumsatzeinbrüchen zwischen 15 und 20 Prozent und eine traurige „Spitzenreiterin“ aus Bad St. Leonhard mit sogar 21,45 Prozent Einbußen sprechen eine eigene Sprache. In Niederösterreich erhebe man gerade aussagekräftige Zahlen, ließ Landesgremialobfrau Gabriele Karanz auf Nachfrage wissen – aber den Nettorückgang von lediglich 1,18 Prozent will man auch hier nicht so recht glauben.
Was ist das Problem?“
„Natürlich haben wir auch in Tirol Rückgänge – beim einen mehr, beim anderen weniger“, beantwortete die Tiroler Landesgremialobfrau Angelika Riccabona die Filterlos-Anfrage nach den aktuellen Lotto-Umsatzzahlen. Von einzelnen ihrer Tiroler Trafikanten hat sie zwar noch keine konkreten Zahlen in der Hand, der Umsatzrückgang für Lotterieprodukte im gesamten Bundesland habe jedoch durchschnittlich 3,85 Prozent betragen. Insgesamt waren in Tirol ungefähr 180 neue Annahmestellen eingerichtet worden. Riccabona weiter: „Die Annahmestellen, die uns am meisten wehtun, sind durchwegs Tabakfachgeschäfte. Es war ja immer unser Wunsch, Lotto für alle Fachgeschäfte zu erhalten. Weiters spüren die Tabakfachgeschäfte mit Sonntagsöffnung die Ausweitung – das Angebot am Sonntag ist größer geworden und die Wege dahin kürzer!“