Es war ja fast zu befürchten gewesen... Nur kurz nach der – ohnehin zu niedrig ausgefallenen – Anpassung der Zigarettenpreise an die höhere Tabaksteuer ging der unselige Kampf um Marktanteile durch Preissenkungen wieder los. Imperial Tobacco machte den Start – mit schier unglaublichen minus 40 Cent auf die Gauloises.

Hatten sich Österreichs Trafikanten noch vor wenigen Wochen darüber geärgert, dass die Anpassung der Zigarettenpreise an die erneut erhöhte Tabaksteuer mit durchschnittlich 20 Cent pro Packung zu niedrig ausgefallen war, um auch spürbare Verbesserungen der Handelsspannen auszulösen, wären sie jetzt schon froh, wenn wenigstens diese Preiserhöhung gehalten hätte: Denn das altbekannte Spielchen mit dem Kampf um Marktanteile durch Preissenkungen auf dem Rücken der Trafikanten und ihrer Margen feierte fröhliche Urständ’. Auslöser war Imperial Tobacco, das den Preis für die Gauloises kurz nach der Erhöhung um 20 Cent pro Packung ins Bodenlose stürzen ließ: Mit einer unglaublichen Preisreduktion um 40 Cent pro Schachtel kosten 20 Stück jetzt noch 20 Cent weniger als vor der Steuererhögung. Wer dieses Preisdumping auszubaden hat, lässt sich leicht ausrechnen.

„Mindesthandelsspanne rasch erhöhen“

Trafikanten-Bundesgremialobmann Peter Trinkl ärgerte sich entsprechend, weil er natürlich wie alle anderen Branchenkenner damit rechnen musste, dass auch andere Produzenten mit Preissenkungen reagieren würden: „Das wird vor allem der Fall sein, wenn sich Marktanteile verschieben, daher müssen wir uns darauf gefasst machen, dass wieder einmal Bewegung in den Markt kommt. Die Preisspirale wurde jedenfalls wieder in Gang gebracht, wir haben die Folgen zu tragen!“ Um der drohenden wirtschaftlichen Misere für die Trafikanten entgegenzuwirken, gibt es für Trinkl vor allem ein Gegenmittel – die rasche Anhebung der Mindesthandelsspannen für Zigaretten durch das Finanzministerium. „Fachlich haben mir die Beamten im Ministerium auch sofort zugestimmt, eine Umsetzung braucht aber natürlich den entsprechenden politischen Willen dazu!“ Trinkl appelliert daher an die Vertreter aller Parteien, hier möglichst schnell für Abhilfe zu sorgen. Sei die Mindesthandelsspanne erst einmal vom Wirtschaftsnutzen losgelöst, könnten die Trafikanten den Preisspielchen der Industrie schon deutlich gelassener zusehen.

Trafikanten verärgert

Mit Empörung reagierten verständlicherweise viele Trafikanten auf die neuerliche Rückkehr des Preiskampfs. Walter Krupan aus dem niederösterreichischen Orth an der Donau fasste den Ärger der Branche zusammen: „Die Industrie und der Großhandel gehen ohne Rücksicht auf Verluste vor!“ Imperial Tobacco und tobaccoland hätten nach der Preiserhöhung um 20 Cent den Trafikanten die teurere Gauloises geliefert, für – bereits zuvor bewilligte – Retourenanträge jedoch dann nur den um 40 Cent gesenkten Preis gutgeschrieben. Philip Morris wiederum lehne Retourenanträge für die Marlboro- Beyond-Produkte überhaupt gleich gnadenlos ab. Krupans Vorschlag zur Abhilfe: „Rein theoretisch wäre es doch möglich, dass die eine oder andere Sorte vorübergehend aus unseren Zigarettenautomaten verschwindet!“


www.filterlos.at/news/blick/details/article/preisaufdruck-auf-zigarettenpackung-als-falle/