Höhere Steuern und niedrigere Handelsspanne – das ließen sich die Tabaktrafikanten nicht gefallen und stiegen auf die Barrikaden.

Die Forderung nach einer fixen Spanne stieß vorerst auf taube Ohren. Mittlerweile hat ein Gespräch mit dem Finanzministerium stattgefunden – konkrete Ergebnisse sind ausständig.
Das Bundesgremium der Tabaktrafikanten hat mit einer österreichweiten Aktion auf die niedrige Handelsspanne reagiert, die dem Finanzministerium wohl noch länger in den Ohren liegen wird.
Trafikanten ließen Taten sprechen
Zahlreiche Tabaktrafikanten taten ihren Unmut gegen die erneute Preissenkung kund und schritten zur Tat: Per Fax und E-Mail kontaktierten sie das Finanzministerium, dessen System der großen Beschwerdeflut nicht standhielt. Es war völlig überlastet und brach schließlich zusammen. Mit einem Trick brachten einige Trafikanten die Mitarbeiter des Finanzministeriums auf die Palme: Sie schicken ihr Fax anstatt an das bereits überlastete Faxgerät an Telefonnummern des Finanzministeriums, worauf die Telefone ununterbrochen läuteten. Auf die Bitte des Finanzministeriums, diese Faxanrufe doch zu unterlassen, kam die kühle Antwort: „Wir hören erst auf, wenn sich die Handelsspanne wieder erhöht.“ Viele Tabaktrafikanten verwendeten die vorgedruckten Fax- und E-Mail-Formulare, um ihrem Ärger Luft zu machen (siehe Bild). Empfänger waren neben dem Finanzministerium auch Politiker wie Roland Grabner, Helmut Schamp und Staatssekretär Jochen Danninger.
Gelungene Aktion
Um zu zeigen, dass die niedrigere Handelsspanne die Existenz vieler Trafikanten ernsthaft gefährdet, verfaßten einige Trafikanten auch persönliche E-Mails. Ein herztransplantierter Kollege etwa, dem das Schicksal übel mitgespielt hatte, schickte seine Geschichte nicht nur an das Finanzministerium. Er mailte diese auch an den niederösterreichischen Landtagsabgeordneten und VP-Klubchef Klaus Schneeberger, um auf seine Misere aufmerksam zu machen. Obmann-Stellvertreterin Gabriele Karanz freut sich über die gelungene Aktion und die rege Teilnahme der Tabaktrafikanten. „Das Finanzministerium hat unseren Ärger zu spüren bekommen. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei all jenen, die uns so toll unterstützt haben“, lobte Karanz die Mitwirkenden.
Aus dem Westen nichts Neues
Unverständlich ist für Karanz allerdings, dass der Beistand aus dem Westen fehlte: „Obwohl das Bundesgremium einstimmig diese österreichweite Maßnahme beschlossen hatte, forderte das Landesgremium Tirol seine Trafikanten auf, sich an der Protestaktion nicht zu beteiligen“, sagt die Obmann-Stellvertreterin. Dennoch hätten sich Tiroler Trafikanten gemeldet, die ihre Unterstützung bei der Aktion anboten.
„Machen weiter, bis wir gehört werden“
Die Politik hat mit einiger Verzögerung doch auf die Aktion reagiert. Bundesgremialobmann Peter Trinkl und Bundesgremialgeschäftsführer Otmar Körner nahmen einen Termin im Büro der Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl wahr (lesen Sie dazu auch den Artikel auf Seite 6 in dieser Ausgabe von Filterlos). Auch MR Dr. Roland Grabner, Leiter der Abteilung für Umweltabgaben und Verbrauchssteuern im Bundesministerium für Finanzen, äußerte sich auf Nachfrage zur Protestaktion. Den Trafikanten sei es nicht gelungen, mit ihrem Handeln das System des Bundesministeriums lahmzulegen, sagt Grabner. Die E-Mails habe man gelöscht. Und weiter: „Für eine harmonische Verhandlungsbasis ist so eine Aktion meiner Meinung nach nicht förderlich.“ Bundesgremialobmann- Stellvertreterin Karanz dazu: „Diese Aktion war notwendig. Alles andere hat uns bisher nichts gebracht.“ Zu erwarten seien von den Trafikanten in Zukunft weitaus schärfere Aktionen. „Wir machen so lange weiter, bis wir gehört werden“, schließt Karanz.