Feuer & Rausch

Vorsichtiger Optimismus nach dem „Beschnuppern“: Eine hochrangige Trafikantendelegation stattete dem neuen Finanzminister Hans Jörg Schelling den Antrittsbesuch ab – mit heißen Themen.

 

Es war ein großer Rucksack mit brennend heißen Themen, den eine hochrangige Trafikantenabordnung mit Bundesgremialobmann Peter Trinkl, seinem designierten Nachfolger Josef Prirschl und dem Geschäftsführer der Trafikanten in der Wirtschaftskammer, Otmar Körner, beim Antrittsbesuch für den neuen Finanzminister Hans Jörg Schelling im Gepäck hatte. Schließlich geht es um brisante Wünsche für Neuregelungen im Gesetz, um dem Trafikantenstand faire Handelsspannen und Arbeitsbedingungen zu sichern. Fazit nach dem ersten Beschnuppern: „Der Finanzminister macht einen interessierten und informierten Eindruck, befasst sich mit der Materie, hält sich aber noch den Rücken frei und sichtet alle Bereiche seines neuen Aufgabengebiets, in denen Reformen notwendig sind“, schildert Trinkl die ersten Einschätzungen.

Neuer Vorschlag für Valuta-Regelung

Vorsichtiger Optimismus seitens der Trafikanten ist jedoch angesagt, denn schließlich habe Schelling in vielen Bereichen Verständnis für die Forderungen seiner Gäste signalisiert. Das betreffe beispielsweise auch den Wunsch nach einer Änderung der Zahlungsziele, wofür Schelling ein neues Modell in die Diskussion eingebracht habe: So sei es denkbar, dass die Valuta nicht starr festgeschrieben seien, sondern an den Bestellrhythmus der Trafikanten angepasst werden könnten. Wer öfter beliefert werde und somit eine geringe Lagerhaltung organisieren müsse, könnte mit einem kurzfristigen Zahlungsziel konfrontiert werden, wer hingegen beispielsweise nur einmal pro Woche Ware beziehe und somit zwangsläufig einen hohen Lageraufwand habe, sollte als Ausgleich mit einer langfristigeren Valuta entschädigt werden. Dieses Modell sei allein schon deshalb überlegenswert, weil es sowohl den Trafikanten als auch der Industrie einen Gestaltungsspielraum einräume und somit allen Seiten entgegenkomme, bilanzierte Trinkl.

Zweite Runde für Handelsspanne

Was die Frage nach einer Neuregelung der Handelsspanne betrifft, die derzeit ja völlig dem Gut- oder augenblicklich Schlechtdünken der Zigarettenkonzerne ausgeliefert ist, sollen konkrete Schritte in einer zweiten Runde besprochen werden. Die Forderung der Trafikanten umfasst eine Anhebung der Mindesthandelsspanne, korrespondierend zur Veränderung der Tabaksteuer, um so die negativen Auswirkungen von Preissenkungen durch die Industrie für die Trafikanten abzufedern. Außerdem regt man eine Überlegung an, die Handelsspanne nicht mehr an den Wirtschaftsnutzen, sondern – wie vor 1995 – wieder an den Kleinverkaufspreis oder an die Tabaksteuer anzuknüpfen.


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