Die Branchenmesse „Feuer & Rauch“ zeigte einmal mehr, dass harte Herausforderungen seitens des Gesetzgebers nicht nur den Unmut, sondern auch die Innovationslust der Branche wecken.
TPD2, herrschte eingangs der „Feuer & Rauch“-Fachmesse Einigkeit zwischen Großhändler tobaccoland und Nobel-E-Zigaretten- Hersteller Von Erl., wird unter anderem eine Marktbereinigung im Sektor der Tabak-Alternativen bringen. Und hier hat sich der Tiroler Hersteller mit seinen Verdampfern auch dank 50 Jahren Medizintechnik-Expertise bereits fix als Topmarke etabliert. Managing Director Günter Höfert wies beim Eröffnungs-Brunch, im Zuge dessen auch die Kooperation zwischen seinem Unternehmen und tobaccoland bekanntgegeben wurde, auch auf den stark steigenden Marktanteil der E-Zigaretten hin, die sich gemeinsam bereits heute einen Umsatz von weltweit 1.6 Milliarden US-Dollar teilen. Bis 2030 könnte dieser Markt übrigens bereits 170 Milliarden US-Dollar schwer sein.

Das Auge lenken
Solcher Aussichten nicht abhold, konzentrierte sich die Messe selbst auf möglichst erfolgversprechende Bemühungen, vor allem die negativen TPD2-Auswirkungen auf Kunden und Trafikanten gleichermaßen durch „Hirnschmalz“ abzufedern. Die Trafikeinrichter Pirker und Trup beispielsweise beschäftigten sich mit Möglichkeiten, den Impact der bald zum Alltag gehörenden Schockbilder abzuschwächen, ohne gesetzliche Bestimmungen zu verletzen. Ersterer drehte den Befüllungsvorgang seiner TPD2-Regalsysteme schlicht um: Die Packungen werden nun mit der Oberkante zuerst „eingehängt“, die Schockbilder durch frei gestaltbare Plexi-Leisten verdeckt, während die Warnhinweise weiterhin gesetzeskonform sichtbar bleiben. Ein Vorteil: Die Sichtschutzleisten können z. B. auch als Werbefläche genützt werden – zusätzlicher Umsatz winkt. Trup Design hingegen verlässt sich auf geschicktes Beleuchtungsmanagement und lässt dank transparentem Laser-Plexi die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen im wohltuenden Halbschatten versinken. Beide Lösungen sind ab März für den landesweiten Roll-out bereit. Weniger aufwendig, aber durchaus wirksam, ist natürlich, die Zigarettenpackung ihrerseits in optisch Ansprechendes zu kleiden. Hier freuen sich Kaspar und Markus Plattner vom gleichnamigen Großhändler über ihre neuen „Shirts“, die dank großer Design-Bandbreite auch anspruchsvolle Augen zufriedenstellen.

Intensiv genießen, kabellos zahlen
Neuigkeiten gab es auch an der Payment-Solution-Front zu vermelden. Der Vormarsch von NFC (Near Field Communication, also die Bezahlung über Kurzstreckenfunk per Handy oder entsprechend ausgestatteter Bankomatkarte) ist auch im Tabakverkaufsbereich nicht aufzuhalten. Moritz Unterkofler präsentierte beispielsweise auf der „Feuer & Rauch“ einen NFC-fähigen Zigarettenautomaten. Auch Toptech machte mit einer E-Loading-Lösung von sich reden. „BlueCode“ aus dem Hause CWL wiederum lässt die Fäden der Finanz am Kundenhandy zusammenlaufen: Der Bezahlvorgang wird in einem  Transaktions-QR-Code kondensiert, den der Tabaktrafikant nur noch per Handscanner vom Handydisplay ablesen muss – Abbuchung und Verrechnung mit nur einem Tastendruck.

Zudem hat Helmut Wurmbäck den
Bondruck ein wenig optimiert: Kürzere Bons (natürlich auf schadstoffarmem und besonders günstigem Bonpapier) bedeuten nicht nur weniger Mist, sondern auch ein bisschen Einsparungspotenzial dank geringerem Verbrauch. Natürlich wurde auch am Ausgangsprodukt selbst gefeilt. BATs „Lucky Strike“ ist jetzt auch mit „Free-flow-Filter“ erhältlich und verspricht besonders intensives Tabakgenusserlebnis. Christian Mertl von M Tabak ergänzte seine „Che“-Zigarettenserie um eine Variante mit deutlichem Kubaner-Anteil – Full Flavour in der schwarzen Packung für die, die’s vollmundig lieben. Moosmayr präsentierte die „Belmore Maduro“ – appetitanregend in ungebleichter Karton(!)-Verpackung, eingebettet in echten Tabak, wahlweise auch in Kartonröhre mit Korkstöpsel: Bio und Hochgenuss müssen sich gegenseitig nicht im Wege stehen, wie die Tochter des Hauses Moosmayr schmunzelnd bestätigte.
Der Einfallsreichtum der Hersteller und Händler dürfe aber, so Danczek-Boss Eduard Rausch im abschließenden Kurzgespräch, nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Branche harte Herausforderungen bevorstehen. „Schauen wir, was kommt: Bislang sind ja viele Fragen auch von Gesetzgeberseite her noch unbeantwortet.“

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