Nach 25 Jahren als Obmann der Wohlfahrtseinrichtung (WE) übergibt Peter Trinkl seine Funktion an Nachfolgerin Heidi Skrdla. Die neu gewonnene Freizeit ist bereits vor der Hofübergabe verplant.

Es war immer mein Ziel, die Wohlfahrtseinrichtung etwa 25 Jahre lang zu führen. Das ist mir mit März dieses Jahres gelungen“, resümiert Peter Trinkl seine Zeit als Obmann der Wohlfahrtseinrichtung. Seit 1991 gibt der gebürtige Niederösterreicher die Richtung der WE vor. Die Obmannschaft ist für ihn nicht irgendein Job: Die Wohlfahrtseinrichtung der Tabaktrafikanten Österreichs hat Trinkl von Haus aus interessiert. Schon ab dem Jahr 1980 war er als Funktionär dabei – im Sommer übergibt er mit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten Erfahrung in der Wohlfahrtseinrichtung und einem Vierteljahrhundert Obmannschaft seine Position an Heidi Skrdla.

Sanierung der WE ist gelungen
In seiner Führungsposition hat Peter Trinkl viel erreicht. Ein wichtiger Meilenstein war beispielsweise die Verwertung eines Grundstücks am Mondsee, auf dem eine Ferienwohnanlage entstehen sollte. Die Wohlfahrtseinrichtung hat ein Grundstück in Oberösterreich gekauft, um Ferienwohnungen für Trafikanten zu schaffen und so Urlaub leistbar zu machen. Der Grund wurde dann an eine Firma verpachtet. Da jedoch kein Baufortschritt zu sehen war, mussten
Trinkl und sein Team Notbaumaßnahmen treffen, um eine Baubewilligung zu erhalten. Nach einigen Stolpersteinen hat es die WE geschafft, das Projekt umzusetzen: „Der erste Teil war das Bauen, das war ganz lustig. Danach muss man aber auch schauen, dass das Geld wieder reinkommt“, weiß Trinkl in der ihm eigenen sympathischen Art zu berichten. Ein weiterer wichtiger Schritt war es, die internen Wirtschaftsbetriebe der Wohlfahrtseinrichtung auf Schiene zu bringen. Buchhaltung, Betriebs- oder Unternehmensberatung, Großhandel, Veranstaltung und die Trafikakademie sollten von selbst laufen und auch für die Wohlfahrtseinrichtung einen Ertrag abwerfen. Darauf folgten jedoch Verluste im Budget im Jahr 2011. „Seitdem war es unsere Aufgabenstellung, die Wohlfahrtseinrichtung zu sanieren. Das ist gelungen – wir schreiben positive Zahlen“, meint Trinkl stolz. „Wir haben jetzt wieder Eigenkapital im siebenstelligen Bereich.“

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Worauf Peter Trinkl noch stolz ist, ist die Tatsache, dass die WE ihr Personal immer „gepflegt“ hat: „Es gibt viele Leute, die bei uns schon sehr lange dabei sind. Dadurch ist eine Kontinuität im Service gegenüber der Trafikanten gegeben.“ In seiner langen Zeit bei der Wohlfahrtseinrichtung gibt es natürlich auch Dinge, die Trinkl heute anders machen würde. „Ich würde nicht mehr blind vertrauen, weder Funktionärskollegen noch Mitarbeitern. Weil dieses Vertrauen zumindest in Funktionärskreisen doch erheblich missbraucht wurde“, spielt der Obmann auf die Streitigkeiten im Jahr 2012 an.

Teamwork als Schlüssel zum Erfolg
Aber der 66-Jährige hat auch viel Lob für sein Team übrig. „Wenn man die richtigen Leute hat, dann funktioniert’s!“ Vor allem mit dem bereits verstorbenen Kommerzialrat Karl Holub – der für Trinkl ein Freund, Kollege und ein Funktionärsmitstreiter war, verstand sich Trinkl blendend: „Der Karl und ich waren immer der gute Cop und der böse Cop“, lacht Trinkl. Auch mit Herbert Göltl, Harald Pichler, Alois Kögl, Werner Jörgl und natürlich mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Karanz hat die Zusammenarbeit bestens funktioniert. Karanz findet die Zusammenarbeit mit ihrem Lebenspartner harmonisch, kooperativ und lehrreich. Er sei ein „Taktiker mit Weitblick, der nie seine Ruhe verliert. Jeder Mensch kann sich bezüglich der Zusammenarbeit so einen klugen Menschen nur wünschen“, streut sie ihm Rosen. Auch Herbert Göltl bezeichnet die Zusammenarbeit mit Trinkl als „friktionsfrei, harmonisch und erfolgreich“. Alois Kögl, Landesgeschäftsstellenleiter der Steiermark und Schriftführer der WE, erinnert sich gerne an die Weihnachtssitzungen in Maria Taferl, „die im besonderen Maße auch Gelegenheit boten, alle Funktionäre und Partner von uns Trafikanten näher kennenzulernen und auch auf unkonventionelle Weise wichtige Themen zu besprechen.“ Für ihn hat sich Trinkls Arbeit als Obmann vor allem durch den zahlreichen Einsatz für die Mitglieder hervorgehoben: „Vielen Kollegen hat er in seiner Zeit als Obmann durch ein zinsenloses Darlehen oder einen Kredit geholfen.“

Für die Kleinen da sein
Mit seinem Team verbindet Trinkl vor allem Loyalität – besonders seit den Vorfällen im Jahr 2012 legt er großen Wert auf diese Eigenschaft. Wichtig ist ihm aber auch, dass alle Mitglieder seines Teams genug Verständnis für Trafikanten haben: „Die Wohlfahrtseinrichtung ist auch eine Art Berufsvertretung und hat sich hauptsächlich um den Kleinen zu kümmern.“ Auch er selbst habe in einer kleinen Trafik angefangen. Gerade deshalb konnte er die Probleme von Trafiken mit wenig Umsatz verstehen und ihnen Lösungen auf Augenhöhe anbieten.

„Mir wird nicht fad“
In Zukunft wird die Wohlfahrtseinrichtung unter der Leitung von Heidi Skrdla stehen.Was Trinkl seiner Nachfolgerin wünscht? So eine tolle Truppe, wie er sie am Anfang und am Ende seiner Zeit als WE-Obmann hatte – und, dass die Wohlfahrtseinrichtung in dieser Qualität mit allen Ideen Skrdlas Erfolg hat. Beruflich wird Trinkl als Unternehmensberater tätig sein und so den Trafikanten helfen, die diese Hilfe auch wollen. Und was hält die Zukunft für Peter Trinkl privat bereit? „Meine private Zeit ist schon wieder völlig verbucht. Da gibt es zum Beispiel drei Enkel, die laufend betreut werden.“ Auch in seine Hobbys von Sport über Eisenbahn bis Feuerwehr will er mehr Zeit investieren. „Ich habe nie über Langeweile geklagt, aber ich war immer froh, wenn es ein bisschen ruhiger geworden ist – auch das werde ich genießen.“

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