Heidemarie Skrdla wurde als Nachfolgerin von Langzeit-Obmann Peter Trinkl zur neuen Chefin der Wohlfahrtseinrichtung gekürt. Im ersten Filterlos-Interview gibt sie sich kämpferisch für die Branche.

Filterlos: Liebe Frau Skrdla, vorerst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl. Warum haben Sie sich in so schwierigen Zeiten für Österreichs Trafikanten entschieden, diese Aufgabe als Obfrau der Wohlfahrtseinrichung anzunehmen?
Heidemarie Skrdla: Auch wenn es immer schwieriger wird: Mir macht der Job nach all den Jahren immer noch Spaß, und daher habe ich mich für diesen Weg entschieden, um für unsere Branche zu kämpfen. Dabei möchte ich auch das Bundesgremium mit allen Mitteln unterstützen, um für uns Trafikanten die Zukunft zu sichern, und mir ist auch wichtig, den Zusammenhalt unter uns Trafikanten zu stärken.

Filterlos: Seit wann sind Sie denn schon in der Branche tätig und welche Ausbildung haben Sie?
Skrdla: Ich habe seit 1983 als Sommer-Ferialjob in der Trafik meiner Mutter mitgearbeitet und zu Weihnachten bei der Inventur geholfen. Nach Abschluss der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe, der sogenannten Knödelakademie, habe ich bei meinem Vater eine Installateurlehre begonnen
und abgeschlossen, in der Trafik war ich aber immer wieder tätig. Ab 1993 wurde daraus ein Vollzeitjob, ich habe also alle Entwicklungen miterlebt. 2011 habe ich den Betrieb durch die §-31-Regelung übernommen – was für mich nichts geändert hat, weil ich die Jahre zuvor ja eh schon den Betrieb geführt hatte.

Filterlos: Mit welchen Aktivitäten möchten Sie die Trafikanten gleich zu Beginn überzeugen?
Skrdla: Die ersten Zeichen dafür habe ich bereits gesetzt – mit Aktionen im Großhandel und guten Einkaufspreisen auch für kleine Mengen. Es wird auch
weitere Aktionen im Großhandel geben. Und ein weiteres Einstandsgeschenk für die WE-Mitglieder habe ich schon umgesetzt – mit einem erzielten Verhandlungserfolg bei den Bankomatgebühren von Concardis. (Anmerkung: Details dazu lesen Sie auf Seite 10 dieser Ausgabe von Filterlos.)

Filterlos: Wie tief sind Sie bereits mit den Abläufen in der Wohlfahrtseinrichtung vertraut?
Skrdla: Ich habe mir bereits in den vergangenen sieben Monaten einen Überblick über die Interna der WE verschaffen können und festgestellt, dass mein
Team und ich einiges auf den letzten Stand bringen müssen, sowohl was den Verein als auch was die Wirtschaftsbetriebe betrifft. Das wird noch viele Stunden Arbeit in Anspruch nehmen.

Filterlos: Welchen Eindruck haben Sie bisher von den Mitarbeitern der Wohlfahrtseinrichtung gewonnen?
Skrdla: Das Team ist voll motiviert, auch die positiven Veränderungen der jüngsten Vergangenheit haben jede und jeden Einzelnen beflügelt. Ich möchte
aber auch mit den Geschäftsstellenleitern der einzelnen Bundesländer intensiver zusammenarbeiten, um die Probleme in jedem einzelnen Bundesland
besser kennenzulernen und dort helfen zu können, wo es Schwierigkeiten oder Verbesserungspotenzial gibt.

Filterlos: Und was sind Ihre nächsten Schritte?
Skrdla: Darlehen und Kreditwesen werden überprüft und der heutigen Zeit angepasst, es werden auch eigene Bundesländerförderungen angedacht. Auch
im Vorstand der Wohlfahrtseinrichtung habe ich mit einem Antrag die Weichen gestellt, dass eine Verkleinerung des Gremiums möglich wird. Bisher waren
fünf Vorstände vorgesehen, künftig werden es per Statut drei bis fünf sein, was die Reduktion ermöglicht. Ich habe aber noch viele weitere Ideen, die allerdings zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Ich gehe jedenfalls voll motiviert ans Werk!

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