250 Besucher kamen am Samstag, dem 22. Oktober zum Fachgruppentag nach Hörsching.

Tagelang ließ sich die Sonne über Oberösterreich nicht oder kaum blicken. Just am Fachgruppentag der oberösterreichischen Tabaktrafikanten strahlte sie vom wolkenlosen Himmel und tauchte die Landschaft in goldenes Herbstlicht. Das schöne Wetter hielt aber kaum jemanden vom Besuch des Fachgruppentags ab. 250 Menschen kamen ins Kulturzentrum Hörsching, dort versammeln sich die oberösterreichischen Tabaktrafikanten jedes zweite
Jahr. Einen der letzten warmen Tage des Jahres auf einer Tagung zu verbringen, hat aber auch Vorteile. „So kann ich mich wenigstens vor der Gartenarbeit
daheim drücken“, sagte Josef Prirschl, Bundesobmann der Tabaktrafikanten, mit einem Schmunzeln. Zentrale Themen der Eröffnungsreden von Prirschl und Erwin Kerschbaummayr, Obmann der oberösterreichischen Tabaktrafikanten, waren die EU-Richtlinie TPD 2 (Tabak Product Directive) und die Gruselbilder auf den Zigarettenpackerln. „Wir haben keinen Verkaufsrückgang durch die Bilder. Im Gegenteil, wir verkaufen sogar mehr als vorher, weil wir jetzt auch Hüllen verkaufen“, sagte Kerschbaummayr: „Die Schockbilder bringen genau gar nichts.“ „Angenehm sind die Bilder sicher nicht. Zum Glück haben wir keine Umsatzeinbrüche“, bestätigte Prirschl. Ob die Politik die Schockbildchen wieder abschafft, wenn sie eh gar nichts bringen, fragte ein Trafikant aus dem Publikum. Prirschl verneinte. Das wäre zwar logisch, doch die Politik funktioniere anders. Er, Prirschl, vermutet, dass das Gesetz einfach noch einmal verschärft werde, wenn die Schockbilder die Menschen nicht vom Rauchen abhalten. „Dass Kautabak verboten wurde, empfinde ich als persönliche Niederlage“, sagte Prirschl, der hofft, dass das Verbot wieder aufgehoben wird. Und weil deswegen mancherorts Unklarheit herrsche, versicherte Prirschl: „Im Moment gibt es keine gesetzliche Möglichkeit gegen Rahmen, die in der Trafik die Schockbilder verdecken.“  Viele Applaus bekam Kerschbaummayr,
als er verkündete, dass der Erbparagraf bleibt: „Wer in den letzten sieben Jahren fünf Jahre im Geschäft der Eltern gearbeitet hat, darf die Trafik übernehmen.“ Dass Monopol nichts mit Monolog zu tun hat, bewies Hannes Hofer, Geschäftsführer der Monopolverwaltung. Er trat mit dem Publikum des Fachgruppentags in einen Dialog. Mittels Smartphone-App und im Saal verteilten mobilen Abstimmungsgeräten konnten die Trafikanten die von Hofer gestellten Fragen beantworten. „Wie geht es Ihnen heute als Trafikant?“, fragte Hofer. 46 Prozent der anwesenden Trafikanten antworten „gut“, elf Prozent „sehr gut“ und 29 Prozent „befriedigend“. Nur vier Prozent beurteilten ihre berufliche Situation als „sehr schlecht“. „Würden Sie einem jungen Menschen
raten, Trafikant zu werden?“ Diese Frage wurde nicht ganz so positiv beantwortet. „Jedenfalls“ antworteten 23 Prozent, „eher schon“ 21 Prozent. Die relative Mehrheit drückte aber „teilweise ja, teilweise nein“, nämlich 34 Prozent. In den anderen Bundesländern gab es ähnliche Ergebnisse, verriet Hofer abschließend. Wer nicht wirbt, der stirbt Herbert Ortbauer, Obmann-Stellvertreter der oberösterreichischen Tabaktrafikanten, stellte die neue Werbelinie
„Meine Trafik“ vor. Ortbauer: „Wer nicht wirbt, der stirbt“. Ortbauer, Trafikant in Enns, betonte, dass ein Trafikant auch Seelentröster für die Menschen sein müsse. „Weil Psychologe darf ich nicht mehr sagen. Vor Jahren habe ich einer Zeitung ein Interview gegeben, die haben dann getitelt: ‚Als Nahversorger ist man auch Psychologe‘“, erzählte Ortbauer, „drei Tage später rief mich ein Psychologe aus Mondsee an und drohte mir mit einer Klage, weil ich mich als Psychologe bezeichnet habe. Das hat mich gefreut“, so Ortbauer, „weil da habe ich gewusst: Der nimmt uns ernst.“ Lustig war er auch, der Fachgruppentag. Aber vor allem: „Sehr informativ“, wie Karl Haider, der am 1. November eine Trafik in Steyr übernimmt, zusammenfasste.

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