Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka und Lotterien-Generaldirektor- Stellvertreter Friedrich Stickler versichern: Die Trafikanten als Lotto-Vertriebsweg sind auch in Zukunft abgesichert.

Filterlos: Herr Staatssekretär, die Trafikanten sind verunsichert: Konzessionsneuvergabe, Interessentensuche – was kommt da auf sie zu?

Reinhold Lopatka: Ich kann Sie beruhigen. Gerade beim sensiblen Produkt „Glücksspiel“ sind verlässliche Partner für den Bund wichtig, denn hier geht es um einen anspruchsvollen  Umgang mit Spielerschutz und nicht um Steuereinnahmen um jeden Preis. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass wir Lottoprodukte nicht an unter 16-Jährige verkaufen. Die rund 2.500 Trafikanten- Annahmestellen waren hier in der Vergangenheit ein ausgezeichneter Partner  für die Österreichischen Lotterien, die trotz der hohen Spielerschutzauflagen im Jahr 2009 allein über 400 Millionen Euro an Glücksspielabgaben geleistet haben.

 

Filterlos: Man kann ja nicht ausschließen, dass nach der Neuvergabe der Konzession ein anderer Lotto-Konzessionär in Österreich wird. Wer garantiert den Trafikanten dann ihre bisherige Stellung? Immerhin stammt ein Drittel des Umsatzes einer Trafik heute schon aus dem Glücksspiel.

Reinhold Lopatka: Zur Frage der Neuvergabe der Lotterienlizenz warten wir derzeit noch ein Urteil des EuGH im Herbst ab. Dann werden wir hier klarer sehen, in welcher Form wir die Lotterienkonzession „ausschreiben“. Die starke und bevorzugte Stellung der Trafikanten aber haben wir bereits ausdrücklich gesetzlich im Glücksspielgesetz abgesichert. Daran müsste sich also auch ein neuer Konzessionär halten. Wir wollen weiterhin diese verlässliche Partnerschaft im Glücksspiel, die seit Jahrzehnten Bestand hat.

 

Filterlos: Was schätzen Sie an den Annahmestellen der Trafikanten?

Reinhold Lopatka: Ich kenne durch den langjährigen Gremialobmann Alfred Gerstl viele Trafikanten seit meiner Zeit als junger steirischer Abgeordneter sehr gut. Das sind wirklich  Familienunternehmen mit sozialer Verantwortung. Sie sind Nahversorger in ganz Öster-reich und gewährleisten den im Glücksspiel genauso notwendigen sensiblen und   verantwortungsbewussten Umgang wie im  Tabakgeschäft. Die Suchtrisiken sind  natürlich hinlänglich bekannt. Jugendschutz hat hier jedenfalls oberste Priorität und deswegen möchte ich nicht an jeder Ecke oder an jeder Kassa reißerische  Glücksspielangebote haben, wo das Alter der Käufer nicht kontrolliert wird.