In den beiden ersten Quartalen des heurigen Jahres wurden insgesamt 3,2 Millionen Euro an Hilfsgeldern aus dem Soli-Fonds überwiesen.

Wie üblich handelt es sich dabei lediglich um eine Akontierung von 75 Prozent des ermittelten Bedarfs. Der neue Strukturfonds, der aus dem gleichen Topf gespeist wird, schlug im selben Zeitraum mit rund 130.000 Euro, die  ausgeschüttet wurden, zu Buche. Die Geschäftsführerin der Monopolverwaltung, Tina Reisenbichler, ist optimistisch, dass die Mittel bis Ende 2014 reichen werden.

An der valorisierten Berechnungsgrundlage aus den Umsätzen 2006 wird nicht gerüttelt. Das sei kein Anliegen der Industrie gewesen, erklärt Reisenbichler. Eine Veränderung wird es aber trotzdem geben: Reisenbichler will den Automatismus abschaffen. Galt bisher, dass eine Einreichung für immer einen Anspruch begründete, will Reisenbichler ab 2011 eine jährliche Antragsstellung umsetzen. Stabilität. Der heimische Markt verhalte sich derzeit recht stabil, merkt Reisenbichler an. Setzt sich diese stabile Preisentwicklung auch nach dem 1. 1. 2011 fort, verhält sich also die Industrie moderat (trotz einer zu erwartenden Tabaksteuererhöhung), dann werde sich auch an Rhythmus und Umfang der Ausschüttungen durch den Soli-Fonds nichts ändern. Ein Szenario allerdings macht Reisenbichler Sorgen: Was, wenn durch extreme Preiserhöhungen (über 20 Cent) der Schmuggel angeheizt wird? Dann reichen die Soli-Fonds-Gelder wohl kaum bis 2014. Und was, wenn internationale Tabakkonzerne den österreichischen Markt als „Probefeld“ betrachten und sich durch unvermittelte Preissenkungen kurzfristig Marktanteile „kaufen“? (Tabak- Multis könnten es sich leisten, am Verkauf von Zigaretten wenig bis nichts zu verdienen.) Reisenbichler zieht die Stirn in Falten: „Dann sinken der Wirtschaftsnutzen und auch die Umsätze der Trafikanten.“ Dann würden die Zuschüsse aus dem Soli-Fonds nicht mehr reichen, denn im Schnitt werden zwischen 900 und 2.500 Euro überwiesen.

Die Struktur erhalten. Thema Nummer zwei ist nach wie vor die Bereinigung der Struktur. Ihren langfristigen Plan, anhand von Kaufkraftströmen die Überlebensfähigkeit von Trafik-Standorten zu dokumentieren, hat Reisenbichler nicht ad acta gelegt. Ihr Problem: Sie könne niemanden zwingen, aufzuhören, und sie kann einer GmbH die Bestellung nicht entziehen. Lediglich im Falle eines Standortwechsels könne sie eingreifen. Ihr Ziel für die Zukunft sei es deshalb, Lizenzen für Verkaufsstellen nur mehr an Personen zu binden und nur mehr befristet zu vergeben. Am Prinzip, Fachgeschäfte vordringlich vor Verkaufsstellen zu fördern, hält Reisenbichler fest. Wenngleich sie einräumt, dass sich mitunter in grenznahen Regionen Verkaufsstellen leichter tun, zu überleben, als Fachgeschäfte.
Anträgen von Einkaufszentren, die neu errichtet werden (Beispiel Gerasdorf), will sie in Zukunft so begegnen, dass sie dort keine Verkaufsstelle genehmigen will, sondern als eigenständiges Lokal ein Fachgeschäft platzieren will. Auch wenn dort dann der Einzugsradius größer würde, so „würde ein Fachgeschäft vor Ort die lokalen Kunden nicht verlieren“, argumentiert Reisenbichler.