Mit Verhüllung der Regale und weiß verdeckten Zigarettenpackungen protestierten die Trafikanten gegen die geplanten Verbote.

Gibt’s da heute keine Zigaretten?“, „Glaubt die EU, dass sich nur einer vom Rauchen abhalten lässt, weil dann diePackungen weiß sind?“, „Wie viel  Blödsinn fällt denen in Brüssel noch ein?“, „Und was unternimmt man gegen Alkoholiker?“, „Wir brauchen Freiheit und Vielfalt für ein buntes Leben!“ – Das ist nur ein kleiner Auszug der mitunter gar nicht druckreifen Wortmeldungen heimischer Konsumenten, die Filterlos bei einem Lokalaugenschein in einer Trafik in Wien-Floridsdorf während des Aktionstages gegen die Tabakrichtlinie der EU aufschnappen konnte. Die Mitarbeiterinnen verschwinden immer wieder kurz hinter den verhängten Regalen und holen die gewünschten Zigaretten. Kaum einer der Kunden verlässt die Trafik, bevor er nicht seinen Namen uf die angebotene Unterschriftenliste gesetzt hat. Hochgerechnet rund 1,5 Millionen Unterschriften seien schon gesammelt, hieß es seitens der Interessenvertreter (Stand: 7. Dezember). Bis 17. Dezember kann man seinen Unmut über den EURegulierungswahn noch kundtun. Da scheint das Wunschziel – wei Millionen Unterschriften – in greifbarer Nähe.

Initiative des VCPÖ. Der „Verhüllungsaktion“ der heimischen Trafikanten (dem Vernehmen nach haben sich rund 90 Prozent aller Trafikanten österreichweit an dieser Aktion beteiligt) ging eine Initiative des VCPÖ voraus. Parallel dazu setzten die 4.000 deutschen Trafiken ein gleiches Signal an EU-Gesundheitskommissar John Dalli. VCPÖ-Präsident Klaus Fischer erklärt: „Den Kunden sollen die Auswirkungen der neuen Verordnungen im wahrsten Sinne vor Augen geführt werden.“

„Die Regulierungswut der EU ist außer Rand und Band“, wetterte Fischer weiter. Wenn auch geschmackliche Zusatzstoffe in den Zigaretten tatsächlich verboten werden, werde die „Geschmacksvielfalt ganz klar eingeschränkt“, so Fischer. Die EU impliziere zu Unrecht, dass die beigefügten Zusatzstoffe gesundheitsschädlich seien, argumentierte Bundesgremialobmann Peter Trinkl im Rahmen einer Medienpräsentation: „Wenn ich alles weglasse, gibt es nur mehr eine Einheitszigarette.“