Bundesgremialobmann Peter Trinkl kritisierte beim Steirischen Fachgruppentag die Politik: „Du findest niemanden, der sich für Raucher einsetzt.“

Vielleicht hilft es ja etwas, wenn wir nach Mariazell gehen, vielleicht hat die Gnadenmutter Mitleid mit uns Trafikanten und in der Zukunft geht es wieder aufwärts“, lockerte Landesgremialobmann Alois Kögl zu Beginn des FGT die fatale Situation der Branche auf. Über 260 interessierte Trafikanten kamen der Einladung zu der Veranstaltung ins Europeum in Mariazell nach.

Monopolchefin Tina Reisenbichler ging auf die spezielle Situation der Steiermark ein. „Von 1,4 Millionen Euro, die Ende Mai, Anfang Juni vom Soli-Fonds ausgeschüttet
werden, bekommt allein die Steiermark eine halbe Million. Da sieht man, dass hier das Problem liegt.“ Jedes Jahr muss neu um den Soli-Fonds angesucht werden, in der Steiermark waren es
70 Prozent der Trafikanten.
Auch die neue europäische Norm für Brandsicherheit von Zigaretten war The ma. Sowohl BAT-Unternehmenssprecherin Karin Holdhaus als auch IT-Pressesprecher
Manuel Güll versicherten, dass die brandsicheren Zigaretten, LIPPs, noch vor dem Stichtag am 17. November im Handel sein werden. Auch Bundesgremialobmann Peter Trinkl betonte,
dass sich Trafikanten nicht weiter damit beschäftigen müssten. Man müsse sich keine Sorgen machen, dies liege in der Hand von Industrie und Großhandel.

In einem Punkt waren sich die Diskussionspartner einig: Die Politik hält sich aus den Problemen der Branche heraus. Trinkl sprach von Berührungsängsten, „keiner will Kontakt mit uns Schmuddelkindern“. Als Beispiel dienten die bei der Protestaktion von den Trafikanten gesammelten Unterschriften gegen die Tabakproduktrichtlinie, die zuerst kein Politiker entgegennehmen wollte, da man ein Statement abgeben müsste. „Du
findest niemanden, der sich für Raucher einsetzt“, kritisierte der Bundesobmann. Er forderte abermals auf, sich zu mobilisieren. „Wir in Österreich sind das neue gallische Dorf.“ Ausreden von der Politik wie „das waren nicht wir, das war Brüssel“, sollen nicht weiter akzeptiert werden.