Die Züge mit Raucherbereichen sind auf Schiene: In Abteilen der neuen Westbahn wird geraucht. Das Gesundheitsministerium sieht darin jedoch einen klaren Gesetzesbruch.

Seit dem 11. Dezember vergangenen Jahres haben die ÖBB Konkurrenz bekommen: Zwischen Wien und Salzburg hat die neue, private Westbahn den Betrieb aufgenommen – mitsamt den angekündigten Raucherbereichen. Dafür habe man eine Million Euro investiert und eigene Raucherinseln konstruiert, gab Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger vor der Jungfernfahrt bekannt. Der Rauch könne die Nichtraucher im scherzhaft bereits als „Lungenzug“ titulierten Schienenverkehrsmittel nicht beeinträchtigen: „Wir haben die Unterdruck-Insel getestet mit 19 Rauchern, und es war kein Nebel zu sehen!“ Nichtraucher müssten den Raucherbereich im Zug ohnehin nicht betreten. Kurioses Details am Rande: Wehinger war vor Jahren bei den ÖBB maßgeblich daran beteiligt gewesen, das dortige Rauchverbot einzuführen.

„Widerspruch gegen Gesetz.“ Im Gegensatz zu den Rauchern, die das neue Westbahn-Angebot gern angenommen haben, hat man im Gesundheitsministerium wenig Freude: „Die Raucherlounge in einem öffentlichen Verkehrsmittel widerspricht eindeutig den Zielsetzungen des Tabakgesetzes“, erklärte Franz Pietsch aus dem Ministerium auf Anfrage von Filterlos. Demnach seien Ausnahmen vom Rauchverbot nur in genauer definierten Gastronomiebetrieben, in Trafiken und in jüngerer Zeit auch in Einrichtungen nach dem Glücksspielgesetz, also etwa Casinos, zulässig. „Hätte der Gesetzgeber damit auch öffentliche Verkehrsmittel gemeint, dann hätte er das dezidiert so hineingeschrieben“, erläuterte Pietsch. Etwaige Anzeigen würden in die Zuständigkeit der Bezirksbehörde fallen, das wäre im Fall der Westbahn der Magistrat Wien. „Dort wüsste man auch, wie man im Fall einer Anzeige vorzugehen hat, die Kollegen wurden entsprechend instruiert“, lässt der Experte des Gesundheitsministeriums keinen Zweifel aufkommen. Allerdings habe man bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe von Filterlos „noch keine Kenntnis davon erlangt, dass bereits eine Anzeige eingegangen ist“.