Seine Geduld ist am Ende. Harald Pichler, Gremialobmann der Kärntner Tabaktrafikanten, wendet sich jetzt mit Forderungen an das Bundesgremium, die Monopolverwaltung GmbH und die Politik.

Denn: „Die bestehende Situation ist der Krisenregion nicht mehr zumutbar, die Kollegen stehen mit dem Rücken zur Wand und führen einen fast aussichtslosen Überlebenskampf“, sagt Pichler. Er will eine Wiederbefüllung des Solidaritätsfonds.

Voller Kofferraum, leere Kasse. Mit dem Jahreswechsel hat sich die Tabaksteuer wiederum erhöht und den Trafikanten abermals eine Reduktion der Spanne beschert. Die Preiserhöhungen der Industrie machten diesen Verlust aber nicht wett. Stattdessen feiert der Schmuggel in Kärnten fröhliche Urständ. Pichler: „Das verstärkt die Belastung des Solidaritätsfonds, der mit großer Wahrscheinlichkeit noch früher als geplant geleert sein wird. Ich fordere daher die Verantwortungsträger aus Bundesgremium, MVG und der Politik auf, Maßnahmen zur Wiederbefüllung des Solidaritätsfonds zu ergreifen, noch bevor dieser erloschen ist. Das kann eine zweckgebundene zusätzliche Spannenerhöhung sein oder gleich eine entsprechende Erhöhung der Monopolabgabe Kärntner Forderungen Trafikanten an der Schmuggelfront fühlen sich allein gelassen. Solidaritätsfonds zum Zweck der Füllung des Fonds.“ Laut Pichler wäre die letztere Lösung die einfachste und unbürokratischeste, da die MVG diesen Fonds verwaltet. Möglich wäre aber auch eine zusätzliche Erhöhung der Spanne um zehn Prozent ohne neuerliche Preiserhöhung.

Strukturbereinigung geht unvermindert weiter. Die Kärntner Trafikanten haben ihre Hausaufgaben erledigt, was ein scharfer Kurs in Sachen Strukturgestaltung zeigt. Im vergangenen Jahr wurden fünf Standorte in St. Veit, Bad Eisenkappel, Krumpendorf, Klagenfurt und Bleiburg strukturbereinigt, bei zweien handelte es sich um ÖBB-Standorte. 2012 ist abermals geplant, fünf Trafiken für immer zu schließen, zugleich wird an der Schaffung neuer Fachgeschäfte gearbeitet, die bestehende Verkaufsstellen ablösen sollen.

Steuern statt Schulden. Pichler kann nicht verstehen, warum der illegale Import ausländischer Zigaretten so wenig Beachtung findet: „In Zeiten der Euro-Krise ist es grob fahrlässig, wenn an den Grenzen Abermillionen Euro an Abgaben verlustig gehen, nur weil sich niemand bemüht und damit den heimischen Handel in den Ruin treibt. Pharma-Importe werden kontrolliert, Produktplagiaten geht es mit Paket-Scanning ans Leder – nur Tabakprodukte fallen keinem auf.“ So könne es nicht weitergehen.