Ein Gespräch der Trafikantenvertreter mit höchsten Repräsentanten der Österreichischen Lotterien
hätte Lösungen im Konflikt um die Lotto-Annahmestellenflut bringen sollen. Doch es wurde vertagt.

Fix ist nur, dass noch nichts fix ist. So könnte man ironisch den Stand der Verhandlungen um die weitere Vorgangsweise der Österreichischen Lotterien im Zusammenhang mit der extremen Ausweitung des Lotto-Vertriebsnetzes beschreiben. Ein Gipfeltreffen, von dem man sich Ende April einen Durchbruch erhofft hatte, blieb nach Einschätzung der Trafikantenvertreter gleich nach dem Start hängen – Konkretes gab es vorerst nicht. Dafür aber die Zusage, im Juni weiterreden zu wollen; bis dahin sollten dann auch endlich konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen, wie sich die (Sint-)Flut an Annahmestellen tatsächlich auf die Trafiken auswirkt.

Warten auf aussagekräftige Daten
Es waren zwei hochrangig besetzte Delegationen, die einander Ende April beim Gespräch zwischen Trafikanten und Österreichischen Lotterien gegenübersaßen: Auf Trafikantenseite waren Bundesgremialobmann Peter Trinkl, seine Stellvertreter Gabriele Karanz und Hannes Dragschitz sowie Wirtschaftskammer- Geschäftsführer Otmar Körner angetreten, ihre Gesprächspartner seitens der Österreichischen Lotterien waren Generaldirektor-Stellvertreter Friedrich Stickler, der „Vater“ der Ausweitung des Annahmestellennetzes Reinhard Horvath und Marketing- Experte Peter Ulovec. Doch konkrete Ergebnisse blieben ein frommer Wunsch – denn „nix Genaues“ über die Auswirkungen der extremen Expansion an Annahmestellen weiß man offenbar immer noch nicht. Fest steht laut Lotterien nur: Das Lotto „6 aus 45“ erlebe derzeit generell einen leichten Rückgang, dem man allerdings noch genauer auf die Schliche kommen müsse. Für einen möglichen Grund hält man die enorme Häufung an Mehrfach-Jackpots im Vorjahr, die heuer nicht einmal annähernd erreicht worden sei. Dafür erzielten die Euromillionen derzeit Zuwächse – allerdings fehlen für konkrete Ableitungen des Kundenverhaltens noch die exakt ausgewerteten statis tischen Daten. Deshalb wurde für Juni eine weitere Gesprächsrunde vereinbart, bei der diese Zahlen dann auf dem Tisch liegen sollten.

Wenig konkrete Antworten
Wenig konkret blieben die Antworten auch auf die übrigen Trafikanten-Forderungen: Die Verlängerung des Zahlungsziels müsse man noch überlegen, wenngleich durch eine Änderung bei den Banken ohnehin schon ein Tag gewonnen würde. Bei der seitens der Trafikanten erhofften Erweiterung des Angebots um Admiral-Wetten werde man sich bemühen, durch eine Attraktivierung der Tipp-3-Palette Verbesserungen der Trafikanten-Erlöse zu erreichen, lautete das vorerst unverbindliche Angebot der Österreichischen Lotterien.

Rückgänge im Westen
Kaum abgesichert sind derzeit auch noch die Aussagen über Erfahrungen im österreichischen Westen, wo die Ausweitung des Annahmestellennetzes ihren Anfang genommen hatte: Die Salzburger Landesobfrau Barbara Schiller hatte, wie berichtet, von unterschiedlichen Auswirkungen in den Regionen ihres Bundeslands ohne einheitlichen Trend gesprochen, wobei Rückgänge jedoch spürbar seien. Ähnlich ihre Tiroler Kollegin Angelika Riccabona: Insgesamt gebe es offenbar leichte Verluste im Land, nur aus Telfs würden dramatische Zahlen gemeldet. Für eine generelle Aussage sei die gesicherte Faktenlage aber derzeit einfach noch zu dünn.