Feuer & Rausch

Die Schockbilder auf Zigarettenpackungen, die durch die neue Tabakproduktrichtlinie der EU vorgeschrieben sind, sollen dank raffinierter
Lösungen der  Trafikeinrichter keinen Schrecken im Laden verbreiten. Den Schockbildern auf den künftigen Zigarettenpackungen soll der Zahn gezogen werden. In diesem Ziel sind sich Trafikantenvertreter und die Einrichtungsspezialisten für Trafiken einig, wenn die Rede auf die Auswirkungen der neuen EUTabakproduktrichtlinie
TPD2 auf die Tabakgeschäfte in Österreich kommt. Während die einen auf gefinkelte Platzierungsmaßnahmen setzen, haben die anderen längst raffinierte Einrichtungslösungen entwickelt, um den Trafiken ihren
Status als ästhetischen Raum zu sichern.

Über Kopf oder liegend präsentieren
Wer als Trafikant nicht (sofort) auf eine neue Einrichtung setzen kann – für die die beiden führenden Anbieter absolut attraktive Neuigkeiten anbieten –, sollte die beiden Vorschläge aus der Wohlfahrtseinrichtung der Tabaktrafikanten Österreichs (WE) in Betracht ziehen: Obmann Peter Trinkl denkt da an die Rückkehr der früher gebräuchlichen Überkopf-Dispenser, bei denen der Kunde nur den Boden der Zigarettenschachteln sieht. Damit schlägt man laut Trinkl gleich zwei Fliegen auf einen Streich, denn: „Die ab 20. Mai vorgeschriebenen Warnhinweise auf Vorder- und Rückseite der Packerln sind mit einem Schlag unsichtbar, und durch die Platzierung über Kopf erziele ich auch eine Platzersparnis!“ Einen ähnlichen Vorschlag hat auch WE-Vorstandsmitglied Heidemarie Skrdla für die Trafikanten parat: „Mit den Bildern wären unsere Regale nicht sehr schön anzuschauen, und so nebenbei wird man auch die Zigarettenmarke nicht mehr entziffern können. Ich habe für mich schon einen Trick ausprobiert, der funktioniert: Ich stelle die Packerln nicht mehr ins Regal, sondern lege sie hinein. So bringe ich auf alle Fälle eine Stange ins Regal und muss mir wie meine Kunden die grauslichen Bilder nicht anschauen!“

Hersteller mit eleganten Lösungen
Für die beiden führenden Trafikeinrichter Österreichs, Pirker Trafik und Shop Design und Trup Design, kommt TPD2 längst nicht mehr überraschend. Beide haben sich mehr als nur eine Lösung gegen Schockbilder im Zigarettenregal überlegt. „Wir arbeiten schon seit mehr als einem Jahr an der Umsetzung eines Regalsystems, das unter dem Namen NEXT zeitgerecht für unsere Kunden verfügbar sein wird“, erklärte Fabian Pirker auf entsprechende Filterlos-Anfrage.
Aber natürlich biete man auch individuelle Lösungen für Trafikanten an. Dass es zu langen Wartezeiten kommt, weil Massen von Trafikanten gleichzeitig neue Einrichtungen brauchen, glaubt Pirker nicht: „Nicht zuletzt wegen der Dampf ist Trumpf: Auch für die Präsentation von E-Zigaretten samt Zubehör sind die Einrichter gerüstet festgelegten Übergangsfrist gehen wir nicht davon aus, dass der große Ansturm pünktlich am 20. Mai auf uns zukommen
wird, sondern dass er sich auf die Monate davor und danach verteilt.“ In jedem Fall sei man gerüstet, die Kunden zeitgerecht mit neuen Regalsystemen auszustatten. Die Präsentation des Systems NEXT werde in den kommenden Wochen erfolgen, den Trafikanten könne man versprechen: wunderschöne Optik für die Trafik, keine hässlichen Schockbilder im direkten Blickfeld der Kunden und tolles Handling für produktiven Verkauf.
Bei Trup Design ist man eine Spur konkreter: In Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie werde man verschiedene Möglichkeiten anbieten, eine sehr elegante und ausgereifte Variante werde durch eine besondere Lichttechnik erreicht. Dabei wird ausschließlich der Markenname beleuchtet, das Schockbild „verschwindet“ sozusagen im Schatten, also in einer optisch dunklen Fläche. Auch bei Trup Design ist man optimistisch, die Wünsche der Kunden ohne lange Wartezeiten erfüllen zu können.

Kreative Lösungen schon für E-Zigarette
Dass man sich auf geänderte Rahmenbedingungen rasch und individuell einstellt, haben beide Einrichter zuletzt auch schon im Zusammenhang mit dem neuen Trendprodukt E-Zigarette bewiesen. Trup entwickelte dafür eigene Einbaumodule für bestehende Regale, die in Größe und Material an jegliche Gegebenheiten angepasst werden können. In diesen Modulen findet man ausreichend Stellplätze für Liquids ebenso wie ein integriertes beleuchtetes Stimmungsbild zur E-Zigarette und einen kleinen Bildschirm, auf dem Spots zum Thema abgespielt werden. Diese Spots werden über ein von Trup erstelltes zentrales System via W-Lan eingespielt, die bewegten Bilder und die Beleuchtung rücken die E-Zigarette optimal ins Licht. Aber auch für möglichst rasche Abwicklungen von  Beratungsgesprächen mit Neueinsteigern hat Trup geeignete Einrichtungselemente auf Lager. Individualität ist auch bei Pirker im Zusammenhang mit der Präsentation der E-Zigarette Trumpf: „E-Zigaretten, Liquids und Zubehör sind doch schon seit einiger Zeit die wesentlichsten Neuerungen im Sortiment der Trafiken, die eine Anpassung der Geschäftseinrichtung erfordern. Die Anfrage nach speziellen, zumeist versperrbaren Vitrinen hält ungebrochen an“, weiß Fabian Pirker. Besonders in Kombination mit der digitalen Preisauszeichnung und zusätzlichen optischen Hervorhebungen kämen die Lösungen bei Trafikanten und Kunden ausgezeichnet an. Die Vitrinen werden sowohl freistehend als auch eingebaut in ein bestehendes Regal ausgeführt – ganz individuell, wie es die Situation beim betreffenden Trafikanten gerade erordert.

Knifflige Wünsche und Trends
Besonders stolz ist man bei beiden Anbietern über gelungene Lösungen auf ausgefallene Wünsche. Bei Pirker wurde beispielsweise ein Liquid-Schrank komplett aus Acrylglas gebaut, weil der Kunde eine zu 100 Prozent transparente Optik haben wollte. Zudem wurde von elektrisch drehenden Zippo-Ständern bis zu Hochregallagern vieles in die Praxis umgesetzt. Dank modernster Technik in der Werkstatt könne man ausgefallenste Wünsche erfüllen, der Formgebung der gesamten Trafikausstattung seien kaum noch Grenzen gesetzt, auch individuelle Dekore, die sich nicht in bestehenden Kollektionen finden, seien verfügbar. Beim Thema Beleuchtung rät Pirker jedoch zur Vorsicht: „Dank moderner Technik gibt es schon fast jedes Bauteil selbstleuchtend oder in beleuchteter Form. Hier gilt jedoch oft: Weniger ist mehr!“ Bei Trup Design weiß man, dass das  Anforderungsprofil von Trafiken im Großen und Ganzen recht ähnlich aussieht – aber ungewöhnliche Shop-Grundrisse erforderten manchmal spezielle Lösungen. Aber selbst für eine 30 Quadratmeter kleine Trafik mit verwinkeltem länglichem Grundriss mit vier im Raum stehenden Stützsäulen habe man Möglichkeiten gefunden, Shop- und Lagerfläche unterzubringen. Mit einer bogenförmigen, nach oben hin frei auskragenden und selbsttragenden Vitrinenwand in Leistenoptik habe man sogar in diesem beengten Raum ein Highlight geschaffen, das die ausgestellten Produkte besonders in Rampenlicht rückt. Bei Trup bemerkt man zudem einen fortschreitenden Trend zur Reduktion auf das Notwendigste mit klaren Linien und schlichten Formen. Hingegen steige die Bedeutung von Materialien mit besonderer Haptik, etwa Unifarben mit „Pfirsichhaut-Oberfläche“ und Baustoffen mit Natureffekt. Und ganz besonders setzt Trup Design auf vorausblickende Raumkonzepte, die im Vorfeld in Kundengesprächen und Standortbewertungen erstellt werden.

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