Feuer & Rausch

Der Wiener Trafikantentag stand unter dem Motto „Die Zukunft der Trafikanten“. Am „heißen Stuhl“ wurden Branchenvertreter vom Publikum befragt.
Über 250 Besucher, Streitgespräche und eine Mutspritze: Im Colosseum XXI in Wien fand am 23. April der Wiener Trafikantentag statt. Im Rahmen der Fachmesse konnte man sich über Neuigkeiten aus der Branche informieren. Über 250 Besucher, Ehrengäste und Vertreter der Tabakbranche und ihrer Partnerunternehmen besuchten den nach zehn Jahren erstmals wieder abgehaltenen Trafikantentag.

Sag mir, wo die Kunden sind
Gastgeber Andreas Schiefer, Landesgremialobmann der Wiener Tabaktrafikanten und stellvertretender Bundesgremialobmann, umriss gleich am Anfang die
größten Herausforderungen der Branche. Er thematisierte die bevorstehende Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie, das Rauchverbot in der Gastronomie ab 2018 und die Bedrohung der wirtschaftlichen Stabilität der Trafiken durch die vielen gesetzlichen Auflagen und die steigenden Betriebskosten. Er sehe es als Aufgabe der Monopolverwaltung, zu eruieren, wo Kunden sind – so könne man an schwächeren Standorten Kollegen helfen,
beispielsweise zu übersiedeln und dadurchmehr Gewinn zu machen. Ein wichtiger Punkt ist für Schiefer Strukturarbeit. Das bedeute jedoch definitiv nicht, Trafiken zu schließen. Stattdessen wäre es besser, die Verkaufsstellen einzugrenzen. „Die Struktur Wiens endet nicht am Stadtrand“ – man müsse sich auch die Trafiken in Niederösterreich anschauen, die an Wien grenzen, meint Schiefer.

Interessen der Trafikanten sichern
Rainer Trefelik, Spartenobmann Handel der Wirtschaftskammer Wien, hob die Bedeutung von Trafiken für das Wiener Stadtbild hervor. Sie seien auch zentral für die Lebenskultur: „Die Rauchkultur wird seit Jahrhunderten in unserer Stadt zelebriert. Diese Kultur muss erhalten bleiben, und für diesen Erhalt sorgen überwiegend die Trafikanten“, so Trefelik. Josef Prirschl, Obmann des Bundesgremiums, sprach sich dafür aus, eine Existenzgrundlage für
Menschen mit Behinderung zu schaffen, die Verantwortung für einen gesicherten Jugendschutz zu wahren und die Nahversorgung zu sichern: „Unser Fokus liegt klar auf der wirtschaftlichen Absicherung und Berücksichtigung der Interessen der Trafikanten.“ Hannes Hofer, Geschäftsführer der Monopolverwaltung, informierte über die Entwicklung und Bedeutung des Tabakmonopols.

Hitzige Diskussionen
Am Nachmittag mussten unter anderem Hannes Kofler (Morawa), Kurt Rauscher (Steamzone) und die Vertreter der Tabakindustrie am „heißen Stuhl“ dem
Publikum Rede und Antwort stehen. Sie beantworteten am Podium Fragen zu den Themen Belegerteilungspflicht, E-Zigaretten, Jugendschutz,  Zeitungsverlage und Preisentwicklung, die anschließend hitzig diskutiert wurden. Auch das Rauchverbot in der Gastronomie ab 2018 und der Erbparagraf
wurden angesprochen. Ein weiteres wichtiges Thema am heißen Stuhl waren die Big Packs – also die Frage nach dem Verkauf von größeren Packungen.
Die Industriepartner waren an dieser Stelle unterschiedlicher Meinung. Ralf-Wolfgang Lothert (JTI Austria) sprach sich gegen den weiteren Ausbau von Big
Packs aus. JTI kämpfe für die Festlegung der Packungsgröße auf 20 Stück. Stefan Pinter (Philip Morris) relativierte die Diskussion: „Die XL-Varianten dienen
vorrangig als Sicherheitsnetz für die Absicherung von Marken sowie als Hilfestellung zurück in den 20-Stück-Bereich und sind daher vor allem als Angebot für preissensible Raucher zu sehen.“ Hersteller bevorzugen natürlich die 20-Stück- Packungen, jedoch entscheide am Ende immer der Kunde, meinte Pinter.

Die Trafik in der Zukunft
Im Schluss-Statement forderte Trafikantenobmann Andreas Schiefer seine Kollegen auf, mutig und weitsichtig zu sein: „Auch im Jahr 2030 soll es noch Trafiken geben. Daher müssen wir uns weiterentwickeln sowie modern und aufgeschlossen agieren. Es gibt eine Vielzahl von Bedrohungen,
die wir nur meistern können, wenn wir uns zukunftsfit gemacht haben.“ An die Politik richtete Andreas Schiefer eine klare Botschaft: „Trafikanten sind
Einzelunternehmer mit hoher Verantwortung. Wir schaffen Arbeitsplätze und mehr als die Hälfte von uns meistert ihr Leben mit einer Behinderung. Wir alle
sollen für unser unternehmerisches Risiko entsprechend honoriert werden und nicht weniger als die Mindestsicherung verdienen.“


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